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Sozialkompetenz

Konzept "Sozialkompetenz stärken" am AJG

0. Hintergrund

In Übereinstimmung mit den Bestrebungen der Landesregierung verfolgt der Schulträger das Ziel, die Erziehungsbemühungen an seinen Schulen zu stärken. Als ein möglicher Weg werden Noten zur Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens gesehen. Schulen, die einen anderen Weg beschreiten wollen, sind vom Schulträger aufgefordert, ein alternatives Konzept zu entwickeln.
Am AJG bestehen Bedenken gegen die sogenannten "Kopfnoten", da Arbeits- und Sozialverhalten nur schwer objektiv zu beurteilen sind und der große organisatorische Aufwand Kräfte bindet, die der pädagogischen Arbeit entzogen werden. Es herrscht Einigkeit darüber, dass es wichtiger ist, Sozialkompetenz zu fördern als zu bewerten.
Vor diesem Hintergrund sind die folgenden Überlegungen entstanden, die im Sinne des Schulprogramms des AJG einen Beitrag zu einer ganzheitlichen Erziehung und Bildung der Schülerinnen und Schüler leisten sollen.


1. Schwerpunkt

Förderung der Sozialkompetenz ist grundsätzlich in allen Jahrgangsstufen von Bedeutung. Um die pädagogischen Kräfte für ein Konzept "Sozialkompetenz stärken" gebündelt wirksam werden zu lassen, erscheint die Konzentration auf eine Jahrgangsstufe sinnvoll.

Erzieherische Bemühungen wirken in jüngeren Jahren besonders nachhaltig. Da für die Jahrgangsstufen 5 und 6 am AJG jedoch bereits vielfältige pädagogische Maßnahmen bestehen, soll die Arbeit mit der Jahrgangsstufe 7 intensiviert werden.
Diese Schülerinnen und Schüler bedürfen wegen der Umbruchssituation in der Pubertät einer besonderen Aufmerksamkeit. Zudem stehen sie vor der Aufgabe, sich aufgrund der Neuzusammensetzung ihrer Klassen in neuen Beziehungen und Gruppen zu integrieren.


2. Zielsetzung

Die Förderung der Sozialkompetenz der jungen Menschen am Beginn der Pubertät soll Ausdruck finden in

einer Kultur des Hinsehens der Fähigkeit der Konfliktbewältigungsowie der Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.
Wichtige Voraussetzungen dafür sind "Ich-Stärke", Respekt und Toleranz gegenüber dem anderen sowie Kommunikationsfähigkeit.



3. Umsetzung

Am AJG wird sowohl im Unterricht als auch in außerunterrichtlichen Zusammenhängen vieles unternommen, das den oben genannten Zielsetzungen entspricht. Durch die Erweiterung und Vernetzung entsprechender Bausteine soll diese Zielsetzung bewusster verfolgt und gesichert werden.

3.1 Unterrichtseinheiten

Die Lehrpläne verschiedener Fächer sehen ausdrücklich die inhaltliche und methodische Arbeit zu den Themen der Identitätsfindung, Kommunikationsfähigkeit und Konfliktbewältigung vor. Entsprechende Unterrichtseinheiten sollen in den schuleigenen Curricula der Fächer festgeschrieben werden.

Die Fachkonferenzen prüfen jeweils ihre Möglichkeiten, inhaltlich und methodisch an der Realisierung des Konzepts "Sozialkompetenz stärken" mitzuarbeiten.

3.2 Projekttage

An zwei Projekttagen soll den Schülerinnen und Schülern Raum gegeben werden, sich schwerpunktmäßig und ganzheitlich mit Fragen der Gewaltprävention (z.B. Sexualität und Sprache), des geschlechtsspezifischen Verhaltens und der Suchtprävention zu beschäftigen. - Zu diesen Projekttagen sollen, soweit möglich, schulische und außerschulische pädagogische Fachkräfte sowie Vertreter des Polizeikommissariats "Vorbeugung" hinzugezogen werden, um die Schule für die außerschulische Wirklichkeit zu öffnen und externes Expertenwissen zu nutzen.

3.3 Freiwillige Angebote im Bereich "Selbstbehauptung"

Zur Förderung ihrer Fähigkeit, selbstbewusst Gewalt entgegenzutreten, erhalten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 das Angebot, an einem Wochenendkurs "Selbstbehauptungstraining", durchgeführt vom Kinderschutzbund in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, teilzunehmen.

3.4 Elternarbeit

Ein Konzept "Sozialkompetenz stärken" ist notwendig auf die Zusammenarbeit mit den Eltern angewiesen. Um eine entsprechende Anbindung an das Elternhaus zu erreichen, sollen die Eltern im Rahmen der Elternmitwirkungsgremien und insbesondere auf den Klassenpflegschaftssitzungen über das Konzept umfassend informiert werden und im Rahmen themenbezogener Elternabende in die inhaltliche Erarbeitung einbezogen werden.


4. Fortbildung

Um eine Weiterentwicklung des Konzepts zu sichern, ist die themenbezogene Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen notwendig. Dazu kommt z.B. ein Einführungskurs in das Lions-Quest Programm "Erwachsen werden" in Frage, das hilfreiche Bausteine für die Durchführung von Projekttagen und die Umsetzung unserer Projektziele im „normalen“ Unterricht bietet.



5. Evaluation

Die im Projekt angestrebten ganzheitlichen Lernprozesse sind so komplex, dass sie sich einer unmittelbaren Lernerfolgsüberprüfung entziehen und ggf. erst sehr viel später und/oder in außerschulischen Zusammenhängen erfahrbare Wirkungen zeigen.
Dennoch ist es notwendig, die pädagogische Arbeit im Hinblick auf die Durchführung, die Resonanz und die notwendige Weiterentwicklung des Konzepts "Erziehung stärken" zu überprüfen. Hierzu wird hauptsächlich auf die Auswertungsmittel der Befragung (vorzugsweise der Schülerinnen und Schüler) und der Beobachtung (seitens der Lehrkräfte) zurückgegriffen. Steuerung und Evaluation obliegen der Arbeitsgruppe „Sozialkompetenz stärken“.


Dr. Johann Heck, OStD i. K.
Schulleiter
(11.01.2005)

"Sozialkompetenz stärken"

Umsetzung im Unterricht verschiedener Fächer
der Jahrgangsstufe 7

Das Konzept „Sozialkompetenz stärken“ am AJG vertritt die Zielsetzung, eine Kultur des Hinsehens sowie die Fähigkeit der Konfliktbewältigung zu entwickeln und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, zu fördern. Als wichtige Voraussetzungen dafür werden "Ich-Stärke", Respekt und Toleranz gegenüber dem anderen sowie Kommunikationsfähigkeit gesehen.

Die Fachkonferenzen der in der Jahrgangsstufe 7 unterrichteten Fächer sind befragt worden, inwieweit sie im Rahmen ihrer Lehrpläne im Fachunterricht einen spezifischen inhaltlichen oder methodischen Beitrag zur Umsetzung dieser Ziele leisten können.

In den Fachkonferenzen Deutsch, Englisch, Religionslehre sowie Sport sind Vereinbarungen getroffen worden, in der Jahrgangsstufe 7 Unterrichtsreihen durchzuführen bzw. inhaltliche oder methodische Akzente zu setzen, die in besonderer Weise den Zielen des Konzepts Rechnung tragen:

Deutsch:
In Diskussionen bestehen – eigene Meinungen und Interessen fair und überzeugend vertretenDie Schülerinnen und Schüler sollen lernen, die eigenen Meinungen und Interessen gegenüber anderen argumentativ und überzeugend zu vertreten und fair durchzusetzen versuchen.

„Und wie soll es weitergehen?“ – Auseinandersetzung mit Dilemma-Geschichten Die Schülerinnen und Schüler sollen sich, vermittelt durch literarische Texte, mit Problemsituationen auseinandersetzen, in denen Menschen zu ethischen Entscheidungen und verantwortlichem Handeln herausgefordert werden, und dadurch für ihr eigenes Handeln sensibilisiert werden.

Englisch:
Helden und VorbilderDie Schülerinnen und Schüler sollen sich mit berühmten Persönlichkeiten, aber auch „Helden des Alltags“, die im alltäglichen Leben etwas geleistet oder sich für andere eingesetzt haben, auseinander setzen.

Religionslehre:
Wer bin ich? - Auf dem Weg zum Erwachsenwerden Die Schülerinnen und Schüler sollen sich der eigenen Stärken, Wünsche, Grenzen bewusst werden. Sie sollen Fremdbestimmung im eigenen Leben wahrnehmen und in ihrer Bedeutung reflektieren und auf diese Weise den eigenen Weg ein Stück weit klären und für die religiöse Frage offen bleiben.

Sport:
Ringen und Kämpfen - Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen zur Förderung der SozialkompetenzDie Schülerinnen und Schüler sollen vor dem Hintergrund des verantwortungsvollen Umgangs mit dem Partner oder der Partnerin ihre Erfahrungen des Ringens und Kämpfens vertiefen. Sie sollen im direkten Vergleich mit anderen eigene Stärken und Schwächen erkennen und eingestehen sowie Möglichkeiten der Konfliktbewältigung erarbeiten.

Die Unterrichtsreihen sollen über das Schuljahr verteilt durchgeführt werden.

In allen Fächern soll im Unterricht durch entsprechende Arbeitsformen und Methoden die Bereitschaft und Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert werden, rücksichtsvoll miteinander umzugehen sowie hilfsbereit und ergebnisorientiert miteinander zu arbeiten.

Sozialkompetenz stärken April 2005

Anstelle von Kopfnoten zur Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens hat das AJG in diesem Jahr zum ersten Mal für die Jahrgangstufe 7 Projekttage zum Schwerpunkt „Sozialkompetenz stärken“ durchgeführt. Mit den Projektleitern Herrn Dierks, Frau Horstmann vom Kinderscchutzbund, Herrn Wiesmann vom Kommissariat Vorbeugung und Herrn Temmen haben sich die Klassen zwei Tage lang in Räumen außerhalb der Schule mit den Themen Klassengemeinschaft, Mobbing und Konfliktlösung auseinander gesetzt. Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Pädagogik unterstützten die Klassen bei der Organisation und Durchführung der Planspiele, Kooperations- und Vertrauensübungen.
Am Samstag wurde für Jungen und Mädchen getrennt ein Selbstbehauptungstraining angeboten, an dem mehr als die Hälfte der Jahrgangsstufe teilnahm. Bei den Jungen standen Kooperationsübungen und das Erproben von Grenzen im Mittelpunkt, bei den Mädchen Auseinandersetzung mit der eigenen Körpersprache und eine Einführung in die Selbstverteidigung.
Offensichtlich waren die Projekttage ein voller Erfolg. 85% der Schülerinnen und Schüler sagen in der Abschlussbefragung, die Tage hätten sich für sie gelohnt. 97% sprechen sich dafür aus, dass solche Projekttage auch für die nächste Jahrgangstufe 7 angeboten werden sollen.Einen Eindruck von den Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler geben die Bilder, die während der drei Projekttage entstanden sind.

Sozialkompetenz stärken . Eindrücke 1

Sozialkompetenz stärken . Eindrücke 2

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Selbstbehauptungstraining der Jungen

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Training der Jungen, Klasse 7

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Selbstbehauptungstraining der Mädchen

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Training der Mädchen, Klasse 7

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Statistik - So haben die Jungen und Mädchen diese Projekttage gesehen:
(klicken Sie auf die Statistik, um weitere zu sehen)



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