Methodenkompetenz
Die Bedeutung selbständigen Lernens
Seit dem Inkrafttreten der neuen Richtlinien zu Beginn der 90er Jahre wird von den Schülerinnen und Schülern ein hoher Grad an Selbständigkeit verlangt, den zu erreichen es wiederum einer Vielzahl von unterschiedlichen Lernmethoden und Arbeitstechniken bedarf. Der Unterrichtsalltag muss daher den Schülerinnen und Schülern Wege eröffnen, sich diese neuen Methoden und Techniken anzueigenen. Dies bedeutet zunächst eine Erweiterung der konventionellen Unterrichtsmethodik, keineswegs jedoch einen Verzicht auf tradierte und bewährte Formen von Unterricht.
Das AJG bemüht sich seit Jahren unterschiedlichste Formen des Lernens in den Unterricht zu integrieren. Partnerarbeit und Gruppenarbeit sind den Unterricht ständig begleitende Arbeitsformen, die exemplarisch vertieft werden durch das Lernen an Stationen und durch projektorientiertes Arbeiten. Solche Methodenvarianten fördern nicht nur die Eigenständigkeit der Lernenden, sondern auch deren Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.
Die Freiarbeit ist eine besonders wirkungsvolle Form des selbständigen Lernens, da in ihr alle genannten Arbeitsformen zumindest teilweise ihre Umsetzung finden. Mit Hilfe von Freiarbeit lernen die Schülerinnen und Schüler, eigene Schwerpunkte und Interessen zu erkennen, ohne dass unterrichtlich-thematische Zielsetzungen verloren gehen.
Am AJG wird Freiarbeit vor allem in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in den Jahrgangsstufen 5 – 7 durchgeführt. Zur Erleichterung der organisatorischen Durchführung von Freiarbeit sind lehrwerksbegleitende Freiarbeitsmaterialien angeschaft worden. Zudem wird im Rahmen der Stundenplangestaltung versucht, den Fachlehrerinnen und -lehrern das Unterrichten auch in Doppelstunden zu ermöglichen.
Freiarbeit kann auch als methodischer Beitrag zum fächerverbindenden Lernen eingesetzt werden. Sowohl die konventionelle als auch die kreative und produktionsorientierte Textarbeit sind fester Bestandteil des Englisch- und Deutschunterrichts; eine enge Kooperation dieser beiden Fächer könnte Texterstellung mit Hilfe von Freiarbeit gezielt fördern. Eine Ausweitung der Freiarbeit auf weitere Fächer ist auch in den Folgejahren möglich, so z. B. in der dritten Fremdsprache (Latein oder Französisch) oder unter thematischen Schwerpunkten in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern (Erdkunde, Geschichte, Politik).
Das Lernen lernen
Am Arnold-Janssen-Gymnasium wurde lange Zeit Lernkompetenz vornehmlich von den einzelnen Fachlehrern vermittelt. Ein Förderkonzept besteht bereits seit längerem für lernschwächere Schülerinnen und Schüler. Die Notwendigkeit der systematischen Entwicklung der Lernkompetenz ergab sich zum einen aus curricularen Anforderungen, zum anderen aber auch, weil die Lehrerinnen und Lehrer bei den Schülerinnen und Schülern zunehmend Defizite sowohl in den Bereichen der Methodenkompetenz als auch in der Lerneinstellung, im Lernverhalten und in der Lernbereitschaft feststellten.
Um den Defiziten entgegenzuwirken ist folgendes schulinterne Curriculum erstellt worden, das die Vermittlung von Lernkompetenz-Bausteinen vorsieht und dessen Umsetzung zunächst für alle Klassen der Erprobungsstufe verbindlich ist.
Übergeordnetes Ziel ist es, für die gesamte Sekundarstufe I sukzessiv ein spiralförmig aufbauendes Konzept zur Förderung von Lernkompetenz zu entwickeln. An der permanenten Weiterentwicklung des Konzepts beteiligen sich die in den jeweiligen Jahrgangsstufen unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen. Dabei orientieren sie sich an folgenden für alle Jahrgangsstufen geltenden Grundsätze:
Das Konzept folgt einer Systematik, d.h. die Erarbeitung der Lernkompetenz-Bausteine erfolgt an Schwerpunkttagen, die von Lehrerteams zeitlich genau festgelegt werdenfolgt lernbiologischen und lernpsychologischen Prinzipienist spiralcurricular, d.h. die Lernmethoden werden systematisch von Schuljahr zu Schuljahr fortlaufend bis zum Abitur erarbeitet, eingeübt und wiederholtist fächerverbindend: Methoden werden auf die Fächer und deren Inhalte übertragenist handlungsorientiertist erfahrungsorientiertist darauf ausgelegt, dass die Lehrerteams die bereits vorbereiteten Lernkompetenz-Bausteine gemeinsam sichten und durchführen wird regelmäßig evaluiert, ggf. verändert und somit weiter entwickelt und verbessert benötigt die Unterstützung der Eltern

